iGZ-Landeskongress Ost in Erfurt

Sie könnte auch interessieren

Themenseite: Landeskongress
Regionale Seite: Thüringen Sachsen

Praxistipps für den Zeitarbeitsalltag

Im zweiten Teil des iGZ-Landeskongresses Ost in Erfurt ging es primär um praktische Tipps für den Arbeitsalltag der Zeitarbeitsunternehmer. Stefan Küthe, Stefan Küthe Training & Coaching, gab Tipps zum „hirngerechten Verkaufen“. Wichtig sei es, auf die korrekte Fragetechnik zu achten, denn „wer fragt, der führt!“. Mit Fragen könne man beeinflussen, womit sich der Gesprächspartner beschäftigt. Außerdem verriet er die Leitlinie des guten Verkaufens: „In dir muss brennen, was du im anderen entzünden willst.“

Volles Haus: Zahlreiche Teilnehmer interessierten sich für den Vortrag Stefan Sudmanns (r.), iGZ-Verbandsjurist, zu den Branchenzuschlägen in der Zeitarbeit.

"Ist Kompetenzentwicklung eine passende Strategie gegen den Fachkräftemangel?", fragte Melitta Keller, Leiterin pluss-Kompetenz-Zentrum, und gab auch gleich die klare Antwort: Kompetenzentwicklung macht die individuellen Stärken der Mitarbeiter für das Unternehmen nutzbar. Wichtig für den Erfolg sei jedoch, dass das Kompetenzmanagement strategisch angegangen werde. Dabei helfe zum Beispiel der vom iGZ entwickelte Prozess der Personalentwicklung in der Zeitarbeit (ProPeZ).

Rechtsprechungen zu Branchenzuschlägen

In drei parallel stattfinden Fachforen hatten die rund 150 Teilnehmer anschließend die Gelegenheit, sich Informationen zu dem Thema zu verschaffen, das für die eigene Arbeit den meisten Mehrwert liefert. iGZ-Verbandsjurist Stefan Sudmann, Referatsleiter Arbeits- und Tarifrecht, gab Einblicke in neue Rechtsprechungen zu den Branchenzuschlagstarifen. Mit Blick auf Equal Pay verdeutlichte er zudem: „In den Bereichen, in denen Branchenzuschläge bezahlt werden, gilt gesetzliches Equal Pay frühestens nach sechzehn und nicht schon nach neun Monaten.“ Denkbar sei, dass für die Zeit danach eine sechste Lohnerhöhungsstufe eingeführt werde. Derzeit befinden sich die Tarifpartner diesbezüglich noch in Verhandlungen.

Fördermittel der Bundesagentur für Arbeit

„EGZ, EQ + Co – Fördermittel der Bundesagentur für Arbeit“ hieß es im Forum von Marcel Speker, iGZ-Referatsleiter Kommunikation und Arbeitsmarktpolitik. Er stellte die verschiedenen Förderprogramme ausführlich vor und beantwortete die spezifischen Nachfragen der Teilnehmer. „Wichtig ist, dass einige Fördermittel wie zum Beispiel der Eingliederungszuschuss bereits vor Beginn der Beschäftigung beantragt werden müssen“, gab Speker den Zeitarbeitsunternehmern mit auf den Weg. Der iGZ biete hierzu im internen Bereich der Internetseite ausführliche Informationen an.

Lobbyarbeit vor der Bundestagswahl

„Bei der Lobbyarbeit denken wir immer schon einen Schritt weiter“, verrieten Andrea Resigkeit, Leiterin iGZ-Hauptstadtbüro, und Dr. Benjamin Teutmeyer, Referent Public Affairs im iGZ-Hauptstadtbüro, in ihrem Forum „Lobbyarbeit im Vorfeld der Bundestagswahl“. Ein Kernstück sei, dass sie regelmäßig den direkten Kontakt zu den Politikern suchen. „Und zwar nicht nur zu den einflussreichen Politikern von heute, sondern auch zu dem aufstrebenden Nachwuchs“, erklärte Resigkeit. In vielen Fällen sei schon jetzt absehbar, welche Politiker nach der Bundestagswahl voraussichtlich eine entscheidende Rolle in der Partei einnehmen werden. „Diese Politiker sprechen wir schon heute an“, so Resigkeit.

Beschäftigung von Flüchtlingen

Patrick List, Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (ThAFF), ging vor dem Plenum auf die Frage ein, ob Flüchtlinge eine Lösung für den Arbeitskräftemangel in Ostdeutschland sein können (zum separaten Artikel).

AÜG-Reform – Erste Erfahrungen

„Ich habe es schon oft gesagt und sage es wieder: Die Offenlegungspflicht hat im Kern gar nichts mit Zeitarbeit zu tun“, ärgerte sich iGZ-Geschäftsführer Dr. Martin Dreyer. Ursprünglich sei es darum gegangen, Scheinwerkverträge zu verhindern. „Das hätte man einfacher lösen können“, urteilte Dreyer. Nun müsse die Branche zunächst mit der aufwendigen Konkretisierungspflicht leben. „Wir arbeiten aber weiter daran, dass diese Regelungen zumindest praxisverträglicher gestaltet werden“, so Dreyer. Bis dahin könnten Rahmenverträge helfen, den bürokratischen Aufwand zu verringern. (ML)