Podiumsdiskussion beim iGZ-Landeskongress NRW

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„Passgenaue Lösungen nur von Tarifpartnern“

Die Integrationschancen der Zeitarbeit standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion beim Landeskongress NRW des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen. Unter der Moderation von Tobias Armbrüster, Deutschlandradio, erörterten die Diskutanten dabei auch das Für und Wider der geplanten Zeitarbeitsreform.

Unter der Moderation von Tobias Armbrüster, Deutschlandradio, debattierten: Reinhard Dombre, DGB-Verhandlungsführer für Zeitarbeit a.D., Bezirksleiter NRW, Dr. Michael Stahl, Geschäftsführer und Chefvolkswirt Arbeitgeberverband Gesamtmetall, Serap Güler MdL, integrationspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion in NRW, und RA Werner Stolz, iGZ-Hauptgeschäftsführer (v.l.).

Dr. Michael Stahl, Geschäftsführer und Chefvolkswirt Arbeitgeberverband Gesamtmetall, blickte nicht nur auf die Metall- und Elektrobranche, sondern auch auf den Gesamtarbeitsmarkt. Der Beschäftigungsaufbau sei in den vergangenen Jahren fast nur noch durch Zuwanderung aus EU-Ländern gelungen. „Wir haben momentan sehr wenige Arbeitslose – da brauchen wir Impulse von außen“, verdeutlichte er. Die Metall- und Elektroindustrie benötige künftig vor allem Facharbeiter. Also müssten neu Zugezogene durch entsprechende Sprachkenntnisse befähigt werden, eine Ausbildung beginnen zu können.

Geduld gefragt

iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz bat in diesem Zusammenhang um Geduld. „Wenn man sich mal zurückerinnert, wie viel oder auch wenig man selbst damals in zwei Schuljahren gelernt hat – dann kann man von Flüchtlingen nicht erwarten, dass sie innerhalb von vier Wochen fließend Deutsch sprechen“, bekräftigte Stolz.

Flüchtlingen Beschäftigung in Zeitarbeit früher ermöglichen

„Die Zeitarbeitsbranche ist eine wichtige Brücke in Arbeit“, erkannte MdL Serap Güler, integrationspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion in NRW. Der hohe Anteil von vormals Beschäftigungslosen sowie von ausländischen Zeitarbeitskräften belege dies. „Warum sollte das bei den Flüchtlingen, die jetzt neu zu uns kommen, anders sein?“, fragte sie und forderte, Flüchtlingen eine Beschäftigung in Zeitarbeit bereits nach drei Monaten zu ermöglichen. Die CDU habe ein entsprechendes Positionspapier auf den Weg gebracht.

Starke Tarifpartnerschaft

Welche Folgen die geplante gesetzliche Höchstüberlassungsdauer für die Flüchtlingsintegration haben wird, war ebenfalls Teil der Diskussionsrunde. Für Reinhard Dombre, DGB-Verhandlungsführer für Zeitarbeit a.D., Bezirksleiter NRW, ist die Bezahlung vorrangig vor der Höchstüberlassungsdauer. „Die zentrale Frage ist doch: Wie ist die Bezahlung?“, befand Dombre. „Wenn die Bezahlung ordentlich ist, dann ist es doch ganz egal wie lange ein Einsatz dauert.“ Auf die Frage, ob die Reform der Zeitarbeit dann überhaupt nötig sei, antwortete er: „Ich bin überzeugt davon, dass die Tarifvertragsparteien in der Lage sind, diese Fragen eigenverantwortlich und passgenau zu lösen.“ (ML)