Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht Halbjahresbericht

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Themenseite: Arbeitsmarktpolitik

Mehr Zeitarbeit in der Lagerwirtschaft

Der Anteil der Zeitarbeitskräfte an allen Beschäftigten ist am Stichtag 31. Dezember 2016 im Vergleich zum Juni 2016 leicht von 2,7 auf 2,6 Prozent gesunken. Im Jahr 2015 waren durchschnittlich 949.227 Arbeitnehmer in der Branche beschäftigt. Im September 2015 lag die Anzahl mit 1.006.827 Beschäftigten auf dem Höchststand, im Januar 2015 mit 874.762 Beschäftigten auf dem Tiefstand. Diese Schwankung ist jahreszeitlich bedingt und typisch für die Arbeitnehmerüberlassung.

Die meisten Zeitarbeitskräfte waren 2015 in der Lagerwirtschaft eingesetzt.

22,9 Prozent der Zeitarbeitskräfte (217.989) waren in der Lagerwirtschaft tätig. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs dieser Bereich um 12,8 Prozent. Die zweithäufigste Einsatzbranche ist die Metallbearbeitung (98.956 bzw. 10,4 Prozent). Sie verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein Plus um 4,1 Prozent. Am stärksten vergrößerte sich der Anteil der Beschäftigten im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (+ 17,5 Prozent auf 58.081 Arbeitskräfte). In der Branche Land-, Forst-, Tierwirtschaft/Gartenbau sank die Zahl der beschäftigten Zeitarbeitskräfte um 1,3 Prozent auf 5.378 Arbeitnehmer.

Ausländische Beschäftigte

Der Anteil ausländischer Beschäftigter liegt in der Zeitarbeitsbranche mit 24,3 Prozent deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt (9,6 Prozent). Der größte Anteil ausländischer Zeitarbeitskräfte ist in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung zu finden (48,4 Prozent Ausländer, 51,5 Prozent Deutsche).

Viele Helfertätigkeiten

Mehr als die Hälfte der Zeitarbeitsjobs sind Helfertätigkeiten (53,5 Prozent), gefolgt von Facharbeitertätigkeiten (37,9 Prozent). Spezialisten (5,1 Prozent) und Experten (3,1 Prozent) sind in der Minderheit. Große Unterschiede gibt es hier mit Blick auf die Nationalität: Deutsche sind in der Zeitarbeit zu 48,4 Prozent als Helfer, zu 41,6 Prozent als Fachkraft beschäftigt. Unter den Ausländern sind 70,2 Prozent als Helfer beschäftigt, 25,9 Prozent als Fachkraft.

Zugang aus Beschäftigungslosigkeit

Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten (67,9 Prozent), die einen Arbeitsvertrag in der Zeitarbeit unterschrieben, waren zuvor beschäftigungslos. Knapp jeder dritte von denen (31,6 Prozent) war länger als ein Jahr lang oder noch nie beschäftigt.

Anzahl Zeitarbeitsunternehmen

Am Stichtag 31. Dezember 2015 besaßen 50.482 Unternehmen eine Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis. Davon haben 11.076 Betriebe den Schwerpunkt Arbeitnehmerüberlassung und sind damit als klassische Zeitarbeitsunternehmen zu sehen. Diese Anzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent gestiegen. (ML)

Die vollständige Statistik der Bundesagentur für Arbeit steht im Anhang als PDF und als Excel-Datei zum Download.