Kücker: Nachwuchsmangel deutlich zu spüren

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Ulrike Kücker

  • Landesbeauftragte/r

MDR beleuchtet Fachkräftesituation

Der Fachkräftemangel hat die Zeitarbeitsbranche längst erreicht. „Es wird immer schwerer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, da es zu wenig Nachwuchs gibt“, konstatierte Ulrike Kücker, iGZ-Landesbeauftragte für Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Besonders bei Elektrikern und Schweißern gebe es starke Engpässe.

Ulrike Kücker, iGZ-Landesbeauftragte für Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, stand dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) Rede und Antwort.

Inzwischen dauere es in Sachsen-Anhalt und Thüringen rund 13 Wochen, bis eine freie Stelle in der Zeitarbeitsbranche neu besetzt ist, bezieht sich der MDR in seinem Bericht auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Im November 2016 gab es in Thüringen laut Agentur 7.783 Vakanzen in der Zeitarbeit. Im Vorjahr waren es nur 7.039 offene Stellen. In keiner Branche ist der Personalbedarf so hoch wie in der Zeitarbeit.

Höchstüberlassungsdauer

„Wenn im April das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) in Kraft tritt, kommt noch ein weiteres Problem hinzu“, kritisiert Kücker. Denn das neue Gesetz enthält unter anderem eine Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten. „Längere Einsätze wie Elternzeit- und Krankheitsvertretungen können dann nicht mehr von einem Mitarbeiter alleine übernommen werden.“

Lohnbestandteile

Das sieht auch der Verband der Wirtschaft Thüringen (VWT) problematisch. Im MDR-Bericht betont der VWT, dass Werkverträge und Zeitarbeit unverzichtbar seien, um Auftragsspitzen abzufedern. Das neue AÜG stelle die Branche zudem vor größere bürokratische Hürden. Denn noch habe die Bundesregierung nicht eindeutig formuliert, welche Lohnbestandteile in die Berechnung des Equal Pay nach neun Monaten einfließen sollen. Möglicherweise müssten von jedem vergleichbaren Stammbeschäftigten die Qualifikation, der Stundenlohn, sämtliche Zulagen sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld betrachtet werden. (ML)