Cornelius Neumann-Redlin beim iGZ-Landeskongress Nord in Bremen:

Sie könnte auch interessieren

Themenseite: Landeskongress
Regionale Seite: Schleswig-Holstein Bremen

Langzeitarbeitslosigkeit mit Zeitarbeit bekämpfen

„Wir müssen uns zusammen für die Zeitarbeit stark machen und die Zeitarbeit in die Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit einbinden. Zeitarbeit ist geradezu ein Königsmacher dafür, die Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen“, appellierte Ass. Jur. Cornelius Neumann-Redlin, Hauptgeschäftsführer, Die Unternehmensverbände im Lande Bremen e.V., im Rahmen des iGZ-Landeskongresses Nord in Bremen, an die Zuhörer.

Ass. Jur. Cornelius Neumann-Redlin, Hauptgeschäftsführer, Die Unternehmensverbände im Lande Bremen e.V., betonte, die Zeitarbeit sei entscheidend bei der Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit.

Er sprach in seiner Rede über die „Bedeutung und künftige Entwicklung der Zeitarbeit im Norden“. Die Beschäftigung in Deutschland sei auf Rekordniveau. Die Arbeitslosigkeit stehe auf niedrigstem Stand seit der Wiedervereinigung.

Folgeprobleme

„Überall werden zudem positive Zeichen für 2018 gesendet. Vor diesem Hintergrund ist es jetzt wichtig, die zentrale Aufgabe der Arbeitsmarktpolitik zu definieren“, unterstrich Neumann-Redlin und betonte: „Aus der Langzeitarbeitslosigkeit entwickeln sich sehr viele Folgeprobleme, unter denen Bremen leidet. Wir sollten alle Möglichkeiten nutzen, um dieses Problem in den Griff zu bekommen.“ Die Zeitarbeit trage wesentlich dazu bei, Arbeitslosigkeit zu reduzieren.

Hoher Stellenwert

Neumann-Redlin: „Ihre Branche hat dabei viel Erfahrung. Ausbildung und Qualifizierung haben einen sehr hohen Stellenwert in der Branche. Wir sollten auf jeden Fall zusammenarbeiten“, verwies er auf die zahlreichen Weiterbildungsaktivitäten, die besonders auch aus dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen kommen. „Den Vorurteilen sollten wir gemeinsam Fakten entgegensetzen. 90 Prozent arbeiten in Vollzeit, rund 80 Prozent haben einen unbefristeten Vertrag“, zählte er auf.

Realistische Einblicke

Konkrete Chancen, die Zeitarbeit biete, trage zur Beschäftigungsfähigkeit bei. Als Beispiele nannte der Referent Faktoren wie etwa Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. In der Zeitarbeitsbranche könnten zudem Migranten und Flüchtlinge Deutsch erlernen, und sie erhalten, so der Referent, realistische Einblicke in die deutsche Kultur und den Arbeitsalltag. Zeitarbeit biete außerdem die Chance, Netzwerke aufzubauen. „Und sie ist eine doppelte Chance, denn sie kann auch ein Sprungbrett ins Kundenunternehmen sein“, erläuterte der Hauptgeschäftsführer.

Qualifizierung

Diese Chancen gelte es zu nutzen – vor allem in Bremen. Konkrete Beispiele, vor allem in den Bereichen Qualifizierung und Weiterbildung gebe es zuhauf, vielfach werde auch in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) gearbeitet. „Die Akquise erfolgt in der Regel über die BA, die Qualifizierung übernimmt ein Bildungsdienstleister, und um den praktischen Teil kümmert sich dann die Zeitarbeit“, zeichnete er das Procedere nach. Diese Form der Ausgestaltung habe sich als sehr erfolgreich erwiesen. Allerdings: Die Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) habe solche Projekte massiv erschwert. „Unser Wunsch wäre, dass der Gesetzgeber deutlich nachbessert, damit zumindest solche Projekte besser durchgeführt werden können“, betonte der Referent.

Entscheidende Bedeutung

Die Zeitarbeitsbranche qualifiziere auch nicht einfach nicht ins Blaue hinein, sondern orientiere sich dabei stets an den regionalen Strukturen. Hierbei sei auch die Politik gefragt, das zu berücksichtigen. „Wir müssen zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit alle Kräfte nutzen, und dabei sind ganz besonders auch die Zeitarbeitsunternehmen gefragt. Wir sollten uns auf die Chancen einer nachhaltigen Qualifizierung und Weiterbildungsmaßnahmen konzentrieren, und dabei ist die Zeitarbeitsbranche von entscheidender Bedeutung“, schloss Neumann-Redlin seinen Beitrag. (WLI)