Arbeitsmarktbarometer steigt kräftig

IAB: Arbeitsmarkt auf gutem Kurs

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet mit einem weiteren Sinken der Arbeitslosigkeit. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer habe im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,7 auf 104,8 Punkte kräftig zugelegt. Auch die Arbeitslosigkeitskomponente machte mit einem Anstieg um 1,3 Punkte auf 102,6 Punkte einen Sprung nach oben.

„Es gäbe derzeit genügend Gründe, ein Steigen der Arbeitslosigkeit zu befürchten, sei es die große Aufgabe der Flüchtlingsintegration, die Dieselkrise oder die Brexit-Verunsicherung. Aber der Arbeitsmarkt in Deutschland bleibt trotz alledem auf sehr gutem Kurs“, freut sich Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“.

Entlassungsrisiko sinkt

Auch für die Beschäftigungsentwicklung bleiben die Aussichten exzellent: Die Beschäftigungskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers stehe im Oktober auf dem außerordentlich hohen Wert von 107,0 und habe gegenüber dem Vormonat um 0,1 Punkte zugelegt. „Der Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften steigt weiter, auch gestützt auf die starke Konjunktur. Angesichts der Verknappung von Arbeitskräften sinkt zudem das Entlassungsrisiko“, erklärt Weber die Entwicklung.

Konzeption des Arbeitsmarktbarometers

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung). (ML)