iGZ-Landeskongress Süd: Alfred Gaffal referierte zur Situation der bayerischen Wirtschaft

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Flexibilität der Zeitarbeit dringend gefragt

„Die Arbeitslosenquote hat sich seit 2005 halbiert, und dazu hat die Zeitarbeit in großem Maß beigetragen“, betonte Alfred Gaffal, Präsident der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., in seinem Gastvortrag beim iGZ-Landeskongress Süd in München. Bayern, so der Referent gegenüber den rund 300 Teilnehmern, habe mit drei Prozent Arbeitslosigkeit fast Vollbeschäftigung.

Die Landesbeauftragten Armin Zeller und Petra Eisen (v.l.) sowie iGZ-Bundesvorsitzender Christian Baumann und iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz (v.r.) dankten Alfred Gaffal, Präsident der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., für seinen Vortrag zur bayerischen Wirtschaft.

Nichtsdestotrotz habe die Bevölkerung das Vertrauen in die Politik verloren, verwies Gaffal auf die letzte Bundestagswahl und den Erfolg braunen Gedankenguts. „Jetzt müssen wir das Vertrauen wieder aufbauen“, stellte er dazu fest.

Große Aufgaben

Denn auf Politik und Wirtschaft warten laut vbw-Präsident große Aufgaben: Es gelte den demografischen Wandel zu bewältigen, den Fachkräftemangel zu kompensieren und verstärkt ausländische Arbeitnehmer einzubinden, nannte Gaffal einige Beispiele.

Erfolge der Flüchtlingspolitik

Doch es könnten auch erste Erfolge vermeldet werden – in einem gemeinsamen Kraftakt verschiedener Institutionen sei die Integration von Flüchtlingen erfolgreich umgesetzt worden: „Wir haben 44.000 Flüchtlinge in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gebracht und 7.200 Nachwuchskräften zu einer Aus- und Weiterbildung verholfen“, erläuterte der Referent. Der Erfolg zeige, das sei eine sehr gute Investition gewesen.

Sozialpolitik

Aber: „Die Jamaika-Koalition wird wieder eine echte Herausforderung. Wir müssen uns bei Verhandlungen mit der nötigen Vehemenz einbringen, denn die Agenda 2010 darf auf keinen Fall zurückgedreht werden“, erklärte Gaffal seinen Standpunkt. „Hohe Beschäftigung ist die beste Sozialpolitik, und dazu trägt die Zeitarbeit wesentlich mit bei“, gab er die Richtung vor. „Wir werden um unsere wirtschaftliche Situation beneidet und dürfen jetzt nicht die Hände in den Schoß legen und vor allem auch die Zukunft nicht vernachlässigen“, unterstrich er künftige Aufgaben. Die Anforderungen an Unternehmen, so der Vortragende, steigen in nie dagewesenem Tempo.

Wirtschaftskraft

Entscheidend sei, die nationale wie internationale Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt zu stellen. Wohlstand entstehe nur durch Wirtschaftskraft. Daher sei die Digitalisierung ein wichtiges Ziel, damit Deutschland zukunftsfähig bleibe. „Die kalte Progression muss weg. Es muss wieder mehr Netto vom Brutto übrigbleiben“, forderte der Präsident. Bei Sozialausgaben müsse zudem Maß und Mitte gewahrt werden.

Neues Arbeitsrecht gefordert

„Die Unternehmen brauchen Flexibilität durch Zeitarbeit. Wir müssen dringend ein neues Arbeitsrecht einfordern“, erteilte er den Regulierungsbestrebungen der Politik eine klare Absage. (WLI)