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"Flexibilität der Zeitarbeit beibehalten"

15.07.2010

Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser spricht sich für Zeitarbeit aus

Ein Plädoyer für die Tarifparteien als gesellschaftliche Ordnungsfaktoren hat der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, bei der Mitgliederversammlung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg (Südwestmetall) gehalten.

Zeitarbeit in Deutschland | Unternehmen für Zeitarbeit
Gesamtmetall-Chef Kannegiesser: "Flexibilität der Zeitarbeit beibehalten."

In der Krise sei das gegenseitige Vertrauen gewachsen, erklärte Kannegiesser. Die jüngste Tarifrunde bezeichnete er als "fortgesetztes gemeinsames Krisenmanagement". Die IG Metall habe verstanden, dass die Unternehmen jede Unter-Auslastung mit dramatisch sinkender Produktivität bezahlen müssten. Kannegiesser riet den Betrieben, sich auf ihre eigenen Stärken in der Krise zu besinnen und einen individuellen Weg zu finden. Geld sei jetzt am besten im eigenen Unternehmen angelegt, meinte er mit Blick auf mögliche Inflationsgefahren.

Für Flexibilität in der Zeitarbeit

Zugleich sprach er sich für die Beibehaltung der bisherigen Flexibilität bei der Zeitarbeit aus. Die Kosten für Zeitarbeit müssten auch künftig unter denen der Stammbelegschaften liegen. Rainer Dulger, der für zwei weitere Jahre bestätigte Vorsitzende von Südwestmetall, mahnte eine kluge Politik an. Spar-Anstrengungen und eine Konsolidierung der öffentlichen Haushalte seien die Gebote der Stunde. Dulger lobte die Unternehmen seiner Branche: Sie hätten mit ihrem vorausschauenden Verhalten das international anerkannte deutsche Beschäftigungswunder während der Krise erst möglich gemacht.

Nicht übermütig werden

Trotz der anspringenden Konjunktur sollten sich die Unternehmer davor hüten, übermütig zu werden, erklärte der Landeschef des Verbandes der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie. Denn einiges spreche für eine Verlangsamung des Aufholprozesses. Noch immer herrsche an den Finanzmärkten eine erhebliche Verunsicherung, und nach und nach liefen die staatlichen Konjunkturprogramme aus. Zugleich werde die expansive Geldpolitik mit ihren niedrigen Zinsen zurückgefahren, während der Bedarf nach liquiden Mitteln bei den Unternehmen steige.

Dank an Tarifpartner

Dank und Anerkennung sprach Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) den Tarifpartnern aus. Deren Tarifpolitik habe einen wichtigen Anteil am Erfolg, mit dem die einheimische Wirtschaft nun wieder "phänomenal" aus den Startlöchern komme. Kritisch äußerte sich der Regierungschef in seiner Betrachtung der globalen Wirtschaft über jene Euro-Länder, die über ihre Verhältnisse lebten. Hier brauche es schärfere Sanktionen innerhalb des Stabilitätspakts. Langfristig führe nicht Spekulation sondern allein harte Arbeit aus der Krise. "Wir müssen wachsam sein und dürfen unsere industrielle Wettbewerbsfähigkeit nicht aus den Augen verlieren", erklärte der Ministerpräsident.

Rahmenbedingungen

Die Rahmenbedingungen schaffe die Landesregierung - etwa, indem sie der künftigen Elektro-Mobilität eine gute Startrampe biete. Bei aller Notwendigkeit zur staatlichen Konsolidierung sei es erforderlich, Bildung und Forschung im Land von den Sparbemühungen auszunehmen. "Wir sparen für aber nicht auf Kosten unserer Kinder", sagte der Regierungschef. (Badische Neueste Nachrichten, 15.07.´10)