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Laumann sieht Fall Schlecker als Ausnahme

20.01.2010

NRW-Landtag: Missbrauch der Zeitarbeit verurteilt

Alle Fraktionen im Düsseldorfer Landtag haben den Missbrauch der Zeitarbeit durch die Drogeriekette Schlecker verurteilt. Der Fall Schlecker sei jedoch «ein Ausnahmefall», sagte Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch im Parlament.

Zeitarbeit in Deutschland | Unternehmen für Zeitarbeit

In den Aachener Nachrichten heißt es weiter: "Insgesamt verdränge Leiharbeit nach seinen Informationen nicht in massenhafter Form reguläre Beschäftigung. Zeitarbeit sei weiter sinnvoll, um Auftragsspitzen abzuarbeiten. SPD, Grüne und Linke verlangten einen gesetzlichen Mindestlohn. (...)

Nachzahlungen drohen

Schlecker drohten Nachzahlungen an die betroffenen Arbeitnehmer, wenn diese den Tariflohn der Stammbelegschaft einklagten, sagte Sozialminister Laumann. Wegen der Krise sei die Zahl der Leiharbeiter in NRW zuletzt auf 135.500 gesunken.

Alle Möglichkeiten ausschöpfen

SPD-Fraktionsvize Rainer Schmeltzer rief die Regierung dazu auf, «umgehend alle landesrechtlichen Handlungsmöglichkeiten auszuschöpfen, um Fälle, in denen das Instrument der Zeitarbeit offenkundig zum Lohndumping missbraucht wird, zu stoppen». Nötig sei eine Novellierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes, um künftig Missbrauchsfälle wie bei Schlecker zu unterbinden." Schmelzer betonte in diesem Zusammenhang vor dem NRW-Landtag in Düsseldorf, dass auch der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) vehement für eine tarifliche Branchenlohnmindestlohnregelung eintrete.

Lohndumping stoppen

Auch die Grünen verlangten mehr Engagement des Landes auf Bundesebene, um Lohndumping per Gesetz zu stoppen. Die Regierung müsse endlich aktiv werden, forderte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Barbara Steffens. Schlecker sei leider kein Einzelfall.

"Total blöd"

Das Vorgehen des Unternehmens seit «total blöd und nicht akzeptabel», sagte der FDP-Sozialexperte Stefan Romberg. Es gehe darum, Missbrauch bei der Leih- und Zeitarbeit zu bekämpfen, ohne die Zeitarbeitsbranche insgesamt zu gefährden. (Aachener Nachrichten, 20.01.2010)