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Starker Abschwung - moderater Anstieg in der Zeitarbeit

02.01.2010

Zeitarbeitsbranche verlässt langsam die Talsohle

Die Wirtschaftskrise hat auch die Zeitarbeitsbranche kräftig erschüttert. Viele Unternehmen entließen mangels Aufträgen Personal, etliche Firmen verschwanden gar vollständig von der Bildfläche. Doch spätestens seit diesem Herbst schwingt sich die Branche wieder aus dem tiefen Tal bergauf, sagt Sven Kilian von Timepartner im Gespräch mit den Nürnberger Nachrichten.

Zeitarbeit in Deutschland | Unternehmen für Zeitarbeit
Sven Kilian (Timepartner)

Nur wenige Außenstehende kennen den jungen Namen Timepartner. Dabei hat sich das Zeitarbeitsunternehmen zu einem veritablen Konzern mit heute über 6000 externen und 360 internen Mitarbeitern entwickelt. Das Konglomerat entstand aus Fusionen.

Die «Einschläge« waren nicht von Pappe, berichtet Kilian, Vorsitzender der Geschäftsführung der Timepartner Holding GmbH und Mitautor des kürzlich erschienenen Fachbuchs «Zeitarbeit - Fakten, Trends und Visionen«. Gleich nach dem unseligen September 2008 wurde für sein Unternehmen die Finanzkrise spürbar. 27 Prozent der Stellen habe Timepartner seitdem abgebaut, vor allem in der Autobranche.

Branche ist geschrumpft

Doch es hätte noch schlimmer kommen können: «Wir sind nicht so stark betroffen, weil wir weniger angelernte Helfer als andere Unternehmen beschäftigen«, sagt Kilian. Die Branche insgesamt hat allerdings kräftig Federn lassen müssen im zurückliegenden Schrumpfungsprozess. Zählte die Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland 2008 noch 850.000 Beschäftigte, so sank die Zahl zur Jahresmitte 2009 auf 520.000.

Dafür fiel der Personalabbau bei den Kundenunternehmen - also Firmen, die Leiharbeiter beschäftigen - moderater als erwartet aus. Kilian weist damit die These der Gewerkschaften zurück, wonach Leiharbeiter in den Unternehmen das Stammpersonal verdrängten.

70 bis 80 Neueinstellungen pro Woche

«Ohne die Zeitarbeiter hätte die Wirtschaft Leute aus den Stammbelegschaften entlassen müssen.« So gesehen, schütze die Zeitarbeitsbranche mit flexiblem Personaleinsatz die Stammbelegschaften.

Im Übrigen geht es seit Jahresmitte auch bei der Leiharbeit wieder aufwärts: Bis August war die Zahl der Mitarbeiter wieder auf 575.000 geklettert - Tendenz weiter steigend.

Das spürt auch Kilians Timepartner-Gruppe. Seit dem Herbst gebe es Woche für Woche 70 bis 80 Neueinstellungen. «Unsere Auftragseingänge zeigen: Die Talsohle ist durchschritten. « (Angela Giese, Nürnberger Nachrichten, 02.01.´10)

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