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Arbeitertausch: Zeitarbeitsbranche reagiert gelassen
Keine Einbußen durch metallinternen Verleih befürchtet
Die Zeitarbeitsunternehmen beurteilen den jüngst zwischen IG Metall und Arbeitgebern beschlossenen Krisen-Tarifvertrag zum Arbeiter-Tausch skeptisch. Unterdessen erkärt die Gewerkschaft, der Austausch von Mitarbeiter in krisengeschüttelten Unternehmen solle kein Zwang sein.

Eines ist für Oliver Burkhard klar: „Die Krise wird im nächsten Jahr ihre Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen.” Auch deshalb sei für ihn der neue Tarifvertrag zum Personaltausch eine Herzensangelegenheit, sagte der IG-Metall-Chef in NRW.
Zustimmung des Betriebsrates
Gewerkschaft und „Arbeitgeber Ruhr” haben sich darauf geeinigt, Firmen den Austausch von Arbeitskräften zu ermöglichen (die WAZ berichtete). Wer zu wenig Aufträge hat, kann seine Leute Unternehmen anbieten, in denen Arbeit anfällt. Der Vertrag gilt für alle 350 Firmen der „Arbeitgeber Ruhr” mit ihren 70.000 Beschäftigten. Zum Arbeitsplatztausch solle aber niemand gezwungen werden, betonte die IG Metall. In jedem Fall sei die Zustimmung des Betriebsrates notwendig.
Zum Wechsel überredet
Die Essener Firma Flowserve profitierte bereits vom Personaltausch. Der Ventil-Produzent lieh sich vom Atlas Copco für sieben Monate sieben Facharbeiter, um Auftragsspitzen auszugleichen. Sie blieben Atlas-Angestellte, die Firma bekam von Flowserve eine Entschädigung. „Einen konnten wir zum Wechsel überreden”, so Flowserve-Personalleiter Thomas Wötzel.
Gelassene Reaktion
Die Zeitarbeits-Branche reagierte gelassen. Sie befürchtet keine Einbußen durch den metallinternen Verleih, weil sie glaubt, dass der nicht wie gewünscht läuft. Wolfram Linke vom Verband IGZ: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Leiharbeit selten über Stadtgrenzen hinaus funktioniert. Viele Arbeitnehmer sind weniger mobil, als man denkt.”
Fahrtkostenbeteiligung
Das wissen auch IG Metall und „Arbeitgeber Ruhr”. Sie denken über eine Fahrtkostenbeteiligung nach. Diese sei aber Verhandlungssache zwischen den Firmen, die Personal tauschen wollten. (Sven Frohwein, WAZ, 17.12.09)





