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Das Volkseinkommen schrumpft

04.12.2009

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) legt Bericht vor

Das deutsche Volkseinkommen ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen, obwohl die Bruttolohnsumme in der ersten Jahreshälfte angestiegen war, so das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI). Experten zufolge gibt es zahlreiche Gründe, die in ihrem Zusammenspiel ein sinkendes Volkseinkommen begünstigen könnten.

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Genauso seien aber auch mehrere mögliche Gegenmaßnahmen denkbar. Die Rezession hat das deutsche Volkseinkommen deutlich verkleinert und als erstes die zuvor boomenden Vermögens- und Gewinneinkommen gemindert. Dies belegt der neue Verteilungsbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung, der am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde. Erträge aus Gewinnen und Vermögen schrumpften demnach im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 66 Milliarden von 337 auf 271 Milliarden Euro.

Bruttolohn

Die Bruttolohnsumme, also das Einkommen der breiten Arbeitnehmerschaft, stieg hingegen in der ersten Jahreshälfte noch minimal um gut zwei Milliarden Euro an. Netto, nach Anrechnung von Steuern und Abgaben, büßten allerdings auch die abhängig Beschäftigten an Kaufkraft ein: Sie hatten drei Milliarden Euro weniger zur Verfügung als in der ersten Jahreshälfte 2008. WSI-Leiter Claus Schäfer zog das Fazit: „Diese relative Stabilität ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass die Konjunktur insgesamt nicht noch weiter abgestürzt ist.“

Reserven

Zu bedenken ist laut Schäfer aber zugleich, dass viele Unternehmen mit hohen Reserven in die Krise gegangen sind, viele Arbeitnehmer hingegen nicht. Gerade bei den Lohneinkommen werde der Druck in nächster Zeit daher zunehmen, prognostizierte der Verteilungsexperte. „Kommende Einkommensverluste durch kürzere Arbeitszeit, aufgeschobene oder angerechnete Tariferhöhungen, Verdrängung von Vollzeit durch Teilzeit und steigende Arbeitslosigkeit werden sich in deutlich weniger Nachfrage niederschlagen.“

Neue Kindergrundsicherung gefordert

Als Gegenmaßnahmen schlägt Schäfer vor, dass der Staat Arbeitszeitverkürzungen zum Erhalt von Jobs gezielt unterstützt, einen gesetzlichen Mindestlohn einführt sowie eine grundlegende Reform des Kinderlastenausgleichs in Angriff nimmt. Eine einheitliche „Kindergrundsicherung“ sorge für mehr Gerechtigkeit und stütze die Binnennachfrage. (...) (Focus online, 04.12.09)