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Zeitarbeit: Seit Juli 2009 geht's wieder besser
CDA-Diskussion mit Unternehmer Holger Piening
»Über Zeitarbeit können alle etwas sagen, aber die wenigsten wissen wirklich Bescheid.« Das sagt Holger Piening, stellvertretender Bundesvorsitzender des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ). Er will Vorurteile in Bezug auf die Zeitarbeit abbauen.
Der Sennestädter Unternehmer hatte auf Initiative der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) zum Thema "Zeitarbeit - Mehr als Arbeit auf Zeit?!" referiert. 60 Interessenten kamen in die Piening-Unternehmenszentrale, um dem Geschäftsführer der Zeitarbeitsfirma zuzuhören und anschließend mit ihm zu diskutieren.
Keine Randgruppe
Das Thema betrifft längst keine Randgruppe mehr: Aktuell sind rund 500 000 Männer und Frauen deutschlandweit in der Zeitarbeitsbranche tätig. Monika Schick, CDA-Vorsitzende im Kreis Gütersloh, betonte in ihrer Begrüßung, dass die Zeitarbeit sowohl Licht- als auch Schattenseiten habe. Auf der einen Seite trage die Arbeitnehmerüberlassung dem Wandel auf dem Arbeitsmarkt Rechnung, indem sie feste Beschäftigung trotz ständigen Arbeitsplatzwechsels böte. Auf der anderen Seite seien die Zeitarbeiter in der Wirtschaftskrise als erste entlassen worden. Holger Piening bezeichnet die Zeitarbeit trotzdem als "Jobmotor".
Beschäftigungsanstieg
Nachdem der Arbeitsmarkt durch die Hartz-IV-Gesetze dereguliert wurde, sei es zum enormen Beschäftigungsanstieg in der Zeitarbeitsbranche gekommen. 2008 sind 794 000 Menschen (1,9 Prozent aller Beschäftigen in Deutschland) als Leiharbeiter beschäftigt gewesen - 2003 waren es dagegen nur 300 000. In der Krise hätten zwar viele ihre Arbeit verloren, seit Juli 2009 würden aber wieder Menschen eingestellt. Laut Piening profitieren sowohl Wirtschaft als auch Arbeitnehmer von der Zeitarbeit. Für die Unternehmen sei sie ein Instrument zur flexiblen Reaktion auf Marktschwankungen. Firmen, die Leiharbeiter beschäftigen, hätten besser auf die Wirtschaftskrise reagieren können.
Sprungbrett Zeitarbeit
Für Arbeitnehmer sei die Zeitarbeit häufig ein Sprungbrett in eine Beschäftigung an einen bleibenden Arbeitsplatz. Viele Unternehmen stellten laut Piening bevorzugt Personal ein, das sich bei ihnen als Zeitarbeitskraft bewährt hat. Der Unternehmer tritt entschieden dem Vorurteil entgegen, wonach Zeitarbeit ausschließlich für Hilfskräfte interessant sei. Zwei Drittel der Beschäftigten in dieser Branche seien Fachpersonal und Spezialisten. Auch dem Vorwurf, Zeitarbeit stehe für soziale Kälte, kann Piening nicht zustimmen. Der iGZ habe sich für Mindestlöhne stark gemacht, doch die Forderung sei an der Politik gescheitert (Andreas Bunge, Westfalen-Blatt, 07./08.11.09).
| Anhang | Größe |
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| Bericht_im_Westfalen-Blatt.pdf | 354.59 KB |





